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ROCKY reloaded 5: Blut, Schweiß und trainierte Körper

Allen Sportspielfilmen gemeinsam ist, dass sie eine Sportart in einem größeren gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang darstellen. Die sportartspezifischen Bewegungsvorräte werden dramatisch in Szene gesetzt und in Kombination mit dem jeweiligen sozialen Kontext der Spielfiguren für den Zuschauer greifbar gemacht.

Themen der ROCKY-Filme

Der Erfolg der ROCKY-Filme, so beispielsweise die Argumentation von Hauptdarsteller Sylvester Stallone, begründet sich auf der Universalität der Story:


„Es ist ja vor allem eine Liebesgeschichte - Rocky hätte die letzte Runde nie ohne Adrian erreicht. Die beiden sind der Schlüssel zu der ganzen Geschichte. Es geht um die emotionale Reise dieser beiden Menschen und um ihre Entdeckung: Liebe.“ (Quelle http://www.stage-entertainment.de/musicals/rocky-das-musical/rocky-das-musical.html [10.03.2012])


Neben dem Universalfilmthema Liebe sind die Motive (Wett-)Kampf und Anerkennung wichtige alltagsnahe Fantasiemotoren in Spielfilmen. Vgl. hierzu Luhmanns These, Liebe sei als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium zu verstehen (Luhmann 1994). Liebe ist demnach als kommunikative Gefühlsdeutung zu verstehen, die über Bücher und Filme vermittelt wird.

 

Das Leistungsprinzip der Moderne findet auch in Sportfilmen eine bildliche Verkörperung: Filmhelden, die sich ihren Weg durch die Widrigkeiten des Lebens hindurchbahnen, dienen als Vorbilder, die zur Nachbildung einladen. Der menschliche Körper ist somit die Schnittstelle (das Medium) zwischen Imagination und sozialer Handlung zu betrachten.


Die bereits von Georg Simmel beschriebene Zunahme von Tempo und das Leben in Großstädten (vgl. Simmel 1903) fördert einerseits die Individualisierung, aber auch andererseits die Vereinsamung des Menschen. Umso exponierter ist die Stelle, die ein Boxer im Rampenlicht innerhalb des Rings einnimmt und seine Position im Lebenskampf verteidigt. Die Kompetenzerwartung an den Sportlerkörper wird in unmenschliche Höhen geschraubt, die körperliche Belastung hat ins Unermessliche zu wachsen, um für das Publikum ansehnlich zu sein. Blut, Schweiß und trainierte Körper stehen im Mittelpunkt des Geschehens.

 

Der Umgang mit Körperidealen, dem Reiz des Machbaren in Bezug auf Doping (vor allem Thema in ROCKY IV – Der Kampf des Jahrhunderts gegen den gedopten sowjetischen Boxer Ivan Drago) und die Bereitschaft körperliche Risiken für Ruhm und Ehre einzugehen, sind auch in den ROCKY-Filmen Handlungsmotive, die als Handlungsleitlinien verwendet werden können.

 

Weiter in ROCKY reloaded Teil 6 (ab 09.01.2019)!

Erwähnte Literatur:

  • Luhmann, Niklas. 1994. Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
  • Simmel, Georg. 1903. „Die Großtädte und das Geistesleben“. In Die Großstadt. Vorträge und Aufsätze zur Städteausstellung, 9:185–206. Jahrbuch der Gehe-Stiftung. Dresden. http://socio.ch/sim/verschiedenes/1903/grossstaedte.htm.